DURCHFÜHRUNGSBESCHLUSS DER KOMMISSION vom 27. November 2018 über die Veröffentlichung eines Antrags auf Änderung der Produktspezifikation eines Namens im Weinsektor gemäß Artikel 105 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates im Amtsblatt der Europäischen Union (Cataluña/Catalunya (g.U.)) ANHANG

Abteilung:Serie L
 
KOSTENLOSER AUSZUG

4.12.2018 DE Amtsblatt der Europäischen Union C 437/5

DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION —

gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,

gestützt auf die Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. Dezember 2013 über eine gemeinsame Marktorganisation für landwirtschaftliche Erzeugnisse und zur Aufhebung der Verordnungen (EWG) Nr. 922/72, (EWG) Nr. 234/79, (EG) Nr. 1037/2001 und (EG) Nr. 1234/2007 des Rates (1), insbesondere auf Artikel 97 Absatz 3,

in Erwägung nachstehender Gründe:

(1) Spanien hat gemäß Artikel 105 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 einen Antrag auf Änderung der Produktspezifikation für den Namen „Cataluña“/„Catalunya“ übermittelt.

(2) Die Kommission hat den Antrag geprüft und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass die Bedingungen gemäß den Artikeln 93 bis 96, Artikel 97 Absatz 1 und den Artikeln 100, 101 und 102 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 erfüllt sind.

(3) Der Antrag auf Änderung der Produktspezifikation für den Namen „Cataluña“/„Catalunya“ sollte im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht werden, damit gemäß Artikel 98 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 Einspruch gegen den Antrag eingelegt werden kann —

BESCHLIESST:

Der Antrag auf Änderung der Produktspezifikation für den Namen „Cataluña“/„Catalunya“ (g.U.) gemäß Artikel 105 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 ist im Anhang dieses Beschlusses wiedergegeben.

Gemäß Artikel 98 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 kann innerhalb von zwei Monaten ab der Veröffentlichung dieses Beschlusses im Amtsblatt der Europäischen Union gegen die Änderung der Produktspezifikation gemäß Absatz 1 des vorliegenden Artikels Einspruch erhoben werden.

Brüssel, den 27. November 2018

(1) ABl. L 347 vom 20.12.2013, S. 671.

Artikel 105 der Verordnung (EU) Nr. 1308/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates — nicht geringfügige Änderung

Diese Änderung betrifft Punkt 4 der Spezifikation (Abgrenzung des geografischen Gebiets) und Punkt 6 des Einzigen Dokuments (Abgegrenztes Gebiet).

Sie ist die Reaktion auf die Forderungen der Winzer und Kellereien in den mit der Erweiterung einbezogenen Gemeinden, in denen die Boden- und Klimabedingungen und der historische Hintergrund identisch sind mit den Gemeinden, die in dem zum Zeitpunkt der Schaffung der Ursprungsbezeichnung abgegrenzten Erzeugungsgebiet gelegen sind, und in denen seit Jahren Weine von erwiesener Qualität erzeugt werden.

Dies wurde durch eine zu diesem Zweck in Auftrag gegebene technische Analyse belegt („Estudio de aptitud del territorio de Catalunya para el cultivo de la vid, según factores edafoclimáticos e históricos. Propuesta de sectorización de la DO CATALUNYA“ [Untersuchung der Eignung der Anbauflächen in Katalonien für den Anbau von Reben unter pedologischen, klimatischen und historischen Gesichtspunkten. Vorschlag für die Sektorierung der g.U. „CATALUÑA“/„CATALUNYA“], Limonium, 2014). Dieser Untersuchung zufolge gewährleisten Zusammensetzung, Textur und Struktur der Böden der neu aufgenommenen Gemeinden, die herrschenden klimatischen Faktoren (Temperatur, Niederschlagsmenge, Sonnenscheindauer, Temperaturspanne, Evapotranspiration bzw. Wasserdefizit und Frosttage) und ein einheitlicher menschlicher Faktor (Geschichte und Kultur), dass das organoleptische Profil der dort erzeugten Weine bei jeder Produktkategorie dem in der Produktspezifikation festgelegten Profil entspricht.

Die Erweiterung betrifft die nachstehend genannten 74 Gemeinden:

Aguilar de Segarra

Albagés, l’

Albons

Alfarràs

Arenys de Mar

Arenys de Munt

Badalona

Baronia de Rialb, la

Bellcaire d’Empordà

Bigues i Riells

Bisbal d’Empordà, la

Bovera

Bruc, el

Cabacés

Cabrera de Mar

Calella

Canonja, la

Capafons

Cardedeu

Castellolí

Conca de Dalt

Corçà

Cruïlles, Monells i Sant Sadurní de l’Heura

Febró, la

Franqueses del Vallès

Gaià

Gimenells i el Pla de la Font

Granollers

Ivars d’Urgell

Ivars de Noguera

Juncosa

Llardecans

Lliçà d’Amunt

Llorenç del Penedès

Lloret de Mar

Maials

Marçà

Massoteres

Mataró

Mont-ral

Mont-ras

Mont-roig del Camp

Os de Balaguer

Pla del Penedès, el

Pobla de Segur, la

Prades

Salàs de Pallars

Sant Cebrià de Vallalta

Sant Feliu de Buixalleu

Sant Feliu de Codines

Sant Feliu de Guíxols

Sant Iscle de Vallalta

Sant Jordi Desvalls

Sant Llorenç Savall

Sant Martí Vell

Sant Pol de Mar

Sentmenat

Siurana d’Empordà

Sort

Tallada d’Empordà

Tivissa

Tordera

Torrefarrera

Tortellà

Ullà

Vallgorguina

Vandellós i l’Hospitalet de l’Infant

Ventalló

Vilademuls

Vilamalla

Vilanova de Prades

Vilassar de Mar

Vilopriu

Vinyols i els Arcs

Diese Änderung betrifft Punkt 2.1.3 der Spezifikation (Physikalische und chemische Eigenschaften) und Punkt 4 des Einzigen Dokuments (Beschreibung des Weines/der Weine).

Der Weinsäure-Gesamtgehalt wurde verringert, da die Kellereien bei den Lesen der letzten Jahre zunehmend Schwierigkeiten hatten, den festgelegten Mindestgehalt zu erreichen. Trotz einer hohen Punktzahl bei der organoleptischen Prüfung fielen die Erzeugnisse bei den analytischen Kontrollen durch. Deswegen wurde beschlossen, den Mindestgesamtsäuregehalt auf den in den EU-Vorschriften festgelegten Wert zu senken.

Infolgedessen wurde bei den drei Produktkategorien unabhängig von der Weinfarbe der Mindestgesamtsäurewert auf 3,5 g/l, ausgedrückt in Weinsäure, gesenkt.

Die Streichung der Obergrenze für den vorhandenen Alkoholgehalt steht mit dem vorangehenden Punkt in diametralem Zusammenhang. Durch das von Jahr zu Jahr heißere und trockenere Klima geht der Gesamtsäuregehalt zurück, und der Alkoholgehalt der Weine — und vor allem der Rotweine — steigt.

Die Streichung der Obergrenze für den einen Wert und die Senkung der Untergrenze für den anderen mag auf den ersten Blick befremden; diese Änderungen wurden für verschiedene Produktarten beantragt, die allerdings zur selben Kategorie gehören.

Bei zum Ausbau bestimmten Weinen müssen die Haut und die Kerne eine angemessene Phenolreife aufweisen, damit die Qualitätsanforderungen erfüllt sind. Die Phenolreife erfolgt bekanntlich später als die Zuckerreife (d. h. das Zucker-Säure-Verhältnis in der Maische). Durch den Klimawandel — der heute in Wissenschaftskreisen unbestritten ist — wird der zeitliche Abstand zwischen Zuckerreife und Phenolreife häufig immer größer. Dies führt dazu, dass die Maische bei der Lese einen hohen Zuckergehalt hat, was wiederum dem daraus gewonnenen Wein einen höheren Alkoholgehalt verleiht.

Bei jung zu trinkenden Weinen und Perlweinen hat sich allerdings eine Präferenz für eine niedrigeren Alkoholgehalt herausgebildet. Da bei der Erzeugung von jung zu trinkenden Weinen eine längere Mazeration der Häute entfällt, ist der Einfluss der mangelnden Phenolreife weniger gewichtig als bei zum Ausbau bestimmten Weinen.

Deswegen wurden die folgenden Änderungen vorgenommen:

— Der maximale vorhandene Alkoholgehalt von 15 % vol wurde gestrichen (Änderung von Punkt 2.1.1 der Spezifikation, keine Auswirkung auf das Einzige Dokument).

— Es gilt der maximale Gesamtalkoholgehalt in Volumenprozent gemäß den EU-Rechtsvorschriften (Änderung von Punkt 2.1 der Spezifikation und Punkt 4 des Einzigen Dokuments).

— Der minimale vorhandene Alkoholgehalt in Volumenprozent wird bei den Weiß-, Rosé- und Rotweinen, für die die Angabe „xispejant“ verwendet werden darf, auf 4,5 % vol gesenkt (Änderung von Punkt 2.1.1 der Spezifikation und Punkt 4 des Einzigen Dokuments).

— Der minimale vorhandene und der Gesamtalkoholgehalt von Perlweinen wird gesenkt (Änderung von Punkt 2.1.2 der Spezifikation und Punkt 4 des Einzigen Dokuments).

Diese Änderung betrifft Punkt 8.3 der Spezifikation (Aufmachung und Kennzeichnung von Weinbauerzeugnissen) und Punkt 9 des Einzigen Dokuments (Weitere wesentliche Bedingungen). In Punkt 2.2.1 der Spezifikation und Punkt 4 des Einziges Dokuments wird eine organoleptische Beschreibung aufgenommen.

Mit der Angabe „xispejant“ sollen bestimmte jung zu trinkende Weine mit niedrigerem Alkoholgehalt gekennzeichnet werden. Diese Weine sollen neue Verbraucher, vor allem aus der Altersgruppe der 20- bis 30-Jährigen, ansprechen (denen es zweifellos zufällt, die Tradition des Weintrinkens in der Zukunft fortzusetzen).

Der Begriff soll auf ein alkoholärmeres...

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